Nach dem Spiel ...

 

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Interview mit Norbert Bähr nach der Veranstaltung vom 03. Juli 2005

Das Volleyball-Länderspiel der deutschen U-20-Damen gegen China in Herne sorgt bei vielen der rund 600 Zuschauer noch heute für Gesprächsstoff. Auch Bürgermeisterin Erika Wagner sprach von einem sportlichen Highlight, wie sie es in Herne noch nicht erlebt hat. Die Sportgemeinschaft Friedrich der Große hatte dieses besondere Sportereignisses als Ausrichter nach Herne geholt.

Im Interview zieht FdG-Volleyball-Chef Norbert Bähr (auf dem Bild unten) Bilanz:

???: Wird FdG Herne noch einmal versuchen, ein Volleyball-Länderspiel in Herne auszurichten?

Bähr: (Nach kurzem Zögern) Ja.

???: Oder ist solch ein Ereignis eine Nummer zu groß?

Bähr: Nein. Uns kam zugute, dass wir vor einem Jahr eine Westdeutsche Meisterschaft durchgeführt haben. Damals und auch jetzt war der Aufwand sehr groß – etwa 40 bis 50 Helfer haben sich mit großem Einsatz beteiligt. Wenn man dann erlebt, dass 600 Zuschauer in der Westringhalle begeistert mitgehen, dann weiß man, dass sich das gelohnt hat. Sowohl die deutsche als auch die chinesische Mannschaft haben sich dermaßen ins Zeug gelegt in den fünf Sätzen, dass man wirklich sagen kann: Solch ein Spiel hat Herne noch nicht gesehen.

???: Mit wie vielen Zuschauern haben Sie vorher gerechnet?

Bähr: Wir hatten keine Ahnung. Herne hat ja kein klassisches Volleyball-Publikum wie andere Städte, in denen Bundesligisten spielen. Ich hatte gehofft, dass es nicht weniger als 300 sein würden.

???: Wie fällt die finanzielle Bilanz aus?

Bähr: Wir haben noch nicht alles abgerechnet, aber ich denke, es wird eine schwarze Null werden.

???: Bei 600 Zuschauern nur eine schwarze Null?

Bähr: Kinder bis 12 Jahren hatten freien Eintritt. Gleiches galt für die Behindertengruppen und Schulklassen, die wir zu diesem Spiel eingeladen hatten. Uns war wichtig, möglichst viele Kinder und Jugendliche in die Halle zu bekommen. Außerdem verlangt der Deutsche Volleyballverband eine Lizenzgebühr in Höhe von 1600 Euro für die Austragung eines solchen Länderspiels. Wobei die Unterstützung durch den DVV bei uns einen schalen Beigeschmack hinterlässt.

???: Warum?

Bähr: Der Verband hatte uns vertraglich verschiedene Dinge zugesagt, die er nicht eingehalten hat. Die Balljungen und Wischer sollten DVV-T-Shirts bekommen, was aber nicht der Fall war. Die vom DVV zugesagten Spielbälle blieben ebenfalls aus. Da hat sich dann Bundestrainer Jens Tietböhl im Vorfeld drum gekümmert. Es mangelte vorab auch an Informationen über das Aufstellen von Banden oder Verkaufsständen, was uns dann vor Ort in Schwierigkeiten gebracht hat. Von unserem Landesverband WVV sind wir jedenfalls eine andere Form von Zusammenarbeit gewöhnt.

???: Ist denn die Westringhalle ein geeigneter Ort für ein Länderspiel?

Bähr: Der Hausmeister hat uns fantastisch unterstützt, und durch die beidseitigen Tribünen empfiehlt sich die Halle für ein Großereignis. Da wir sonst in dieser Sporthalle keine Volleyballspiele austragen, wussten wir aber nicht, dass die Stangen für das Aufbauen einer Netzanlage in katastrophalem Zustand sind. Es war ein großes Problem, das Netz auf die erforderliche Höhe zu bekommen, und einer unserer Helfer hat sich dabei sogar verletzt.

???: Hat denn das Austragen sportlicher Großereignisse in Herne Ihrer Meinung nach Zukunft?

Bähr: Mit Sicherheit! Die angesprochenen Probleme kann man ja aus der Welt schaffen. Und für die Zukunft muss man mit dem Verband oder mit der Stadt darüber reden, dass gewisse Probleme erst gar nicht auftreten. Denn vor allem für den sportlichen Nachwuchs in unserer Stadt ist es wichtig, dass wir sportliche Vorbilder nach Herne holen.

???: Danke für das Gespräch!

Bähr: Bitte!

TABO Pawlicki*


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